Liebe Leid,
heute ist der Tag, an dem ich mich dann doch mal wieder hin hock und schreib. Unsere so wohl verdienten Ferien gingen wie immer viel zu schnell vorbei und liegen auch schon wieder wie ein alter Traum hinter uns. Der Ernst des Lebens kam so schnell zurück, dass man nur noch weinen und den vergangenen Tagen nachtrauern kann...Heul, Schluchz.
So schlimm ists natürlich mal wieder nicht! Jeder, der in seinen jungen Jahren dem Staat seinen Tribut zollen musste, weiss, dass es in diesen Gefilden eher ruhig zugeht, im In- genausowie im Ausland.
Die Ferien brachen heran, doch der Plan was zu tun sei, stand schon lange fest. Zuerst hatten wir die Salz- und Silbertour gebucht, ein fünftägiger Ausflug, der in Potosi beginnen, über die Weiten des Salar de Uyuni führen und in La Paz enden sollte.
Potosi war zu Kolonialzeiten die Hochburg des Silberabbaus und zugleich Inbegriff spanischer Unterdrückung des indigenen Volkes. Die Techniken und Bedingungen des Silberabbaus haben sich von damals zu heute nicht viel geändert. Die mineros kämpfen Jahr um Jahr um mehr Lohn, mehr Sicherheiten bei den Baufirmen, um Altersvorsorge. Die Bergbauer, die schon zu alt, zu krank oder zu maltretiert von den täglichen Strapazen sind, werden mit geringsten Abfindungen gekündigt und graben in kleinen Kolektiven privat in den Berg. Begeben sich somit in Gefahren, die jeglicher Vorstellung entgehen. Das ist einer der Gründe warum das durchschnittliche Alter der Arbeiter bei 35 liegt. Während einer zweistündigen Führung durch das Innenleben des Berges, bekamen wir einen Vorgeschmack der Untertagearbeit. Ein Arbeitstag, der bis zu 36 stunden dauern kann, in der völligen Finsternis, abhängig von einer Stirnlampe, die nur ein fahles Licht wirft. Das ganze natürlich für keinen Reichtum, sondern ein Tagegeld, um seiner Familie ein absolut bescheidenes Leben zu ermöglichen. Trotz der Tristess, die diesen ganzen Berg wie einen Schleier umgibt, Leben dort Menschen in den Trümmern des Berges. Überall kleine Blechverschläge, in denen ganze Famileien hausen. Lachende Kinder, die zum Teil barfuss, miteinander und den streunenden Trümmerhunden spielen.
Nach der ersten Stunde, durch ein Labyrinth beängstigend enger Gänge, stiessen wir auf einen "showarbeiter". Der sechzehnjährige hämmert wahrscheinlich schon seit Jahren in das gleiche Loch und lässt auch jeden freiwilligen seinen Hammer und Meissel nutzen.Fürs Photo versteht sich. Harte Arbeit! Als es zu einer Vorführung des Dynamits kommt, wirds spannend. In den Sprengstoff eine Zündschnur gesteckt, die einem ein paar Minuten Zeit gibt, sich in Sicherheit zu bringen. Als er es um die Ecke deponiert hat, beginnt das warten. Die Sekunden werden tatsächlich zu Minuten, das Adrenalin steigt. Die Meisten stecken sich die Finger in die Ohren. Dann BUFF. Ein dumpfer, alles durchdringender Schlag, der einen furchtbar klein und schutzlos vorkommen lässt. Saucool...Anfangs, sollten einige von uns Minero-Überlebenspäckchen kaufen, was wir dann auch taten. Die dann enthielten, Coca, Kekse(für die Kinder), Dynamit und 96% Schnaps, den wir auch alle mal probieren sollten. Hey, hey! Ich kann noch sehen!! Mit dem restlichen Dynamit haben wir dann draussen noch eine kleine aber feine Vorführung bekommen. Recht beeindruckend...
Das Silber war also abgehakt. Jetzt sollte das Salz noch dran kommen. So gings auf in Richtung Salar de Uyuni, zum grössten Salzsee der Welt. Mit einem Jeep gings mal wieder in aller Herrgotts Frühe los, über ein Salzmeer, das keiner Beschreibung grecht werden würde. Leider Gigantisch!!!!12000qm reines Salz!! Da wir in der Regenzeit sind, liegt eine flache Wasserschicht auf der Fläche, die dieses alte Meer in den grössten, perfektesten Spiegel macht, den man zugesicht bekommen kann. Unvorstellbar! Durch die reflektierenden Salzkristalle und die enorme Höhe(3650m) bekommt man sogar unterm Kinn Sonnenbrand. Absolut herrlich!! Den See hinter uns gelassen, sind wir auf dem Weg zur nächtlichen Unterkunft. Dort angekommen, bot uns die Natur ein weiteres Schmankerl. Ein starkes Gewitter, das sich neben dem Sonnenuntergang entlud und gleichzeitig um uns herum erster und einziger Stop: die Insel der Kakteen. Schön mittaggegessen, mit ungefähr tausend anderen Gringos, dann eine super Wanderung auf den Gipfel des kleinen Hügels. Dort bot sich uns der Anblick über die fast komplette Fläche des Salars. Nicht ganz, da Erdkrümmung. war. hatte ich just zu diesem Zeitpunkt Streitigkeiten mit meiner Kamera, was letztendlich egal ist, da sie mir später in Peru sowieso gklaut wurde....Egal, Photos kommen noch.... Stundenlang also, Ein surreales Szenario. Ein Glückstreffer. Meine Mitstreiter konnten soger ein paar der Blitze photografieren. Super!!!
Die nächsten Tage waren nicht weniger erwähnenswert, jedoch will ich euch nicht mit den Details langweilen. Ich könnte es sowieso nicht halbso gut zu Papier bringen,wies die Natur Tag für Tag erschafft. Also kurz noch. Die ganze Gegend, also das Grenzgebiet zu Chile ist zum Teil noch aktives Vulkangebiet. Man fährt vorbei an rauchenden Vulkanen und macht Rast an alten Chorallenriffen, die zum Teil skurille Formen angenommen haben und die Landschaft in eine bizarre, aber wunderschöne Welt verwandeln. übrigens beste Kletterbedingungen...Photos folgen....Die staubige Strasse führt die nächsten zwei Tage noch vorbei an stinkenden Lagunen, die alle möglichen Farben angnommen haben und die einzigen "süsswasser Flamingos" der Welt beherbergen. Auch warme Quellen waren dabei, in denen man sich frühmorgens baden und wärmen konnte. Nicht ohne einen Blick auf einen Flamingo der in der Ferne in einer Rauchschwade stehend nach Essbarem pickt. Auf dem Rückweg nach Uyuni passierten wir noch einen Sandsturm, der uns sogar einige kleiner Tornados bescherte.
Ziel der Reise war dann letzendlich La Paz. Höchste Millionen Stadt der Welt und einzige Weltstadt Boliviens.
Weitere Berichte dann über Peru, Überfälle und den restlichen Urlaub folgen...Adios
Und NEIN! Die Photos sind nicht von mir, hab noch keine. Gibt wunderschöne im Netz.


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