Sonntag, 11. Oktober 2009

Flussaufwärts


Lieber Leser,
das Leben ist schön, die Natur unser Aller Ursprung und Heimat und für manche ein Ort der Regeneartion un des Kräftesammelns. Den absoluten Chillfaktor sollte man in seine Wochendkalkulationen jedoch miteinberechnen, gerade nach einer harten Arbeitswoche auf Feld und Wald. Leider war dem nicht so...Unsere Ruhestunden wurden gnadenlos dahingerafft, ohne unterlass und dem ganzen Rest.... So, das wärs mitm Einjammern!!
Eigentlich handelte es sich gestern eher um eine feine Wanderung, machetenschwingende compañeros und aufgeweicht verschrumpelten Füssen.
Die Tour zu den örtlichen Wasserfällen, und gleichzeitig der Wasserversorgung Itinambikuas, wurde uns als eine einfach dreistündige Wanderung vorgestellt, die man unbedingt gemacht haben sollte. Früh morgens um sechs, mit Schlaf in den Augen und streikenden Gliedern, gings zu Beginn auf einem, in den Fels gesprengten Weg, flussaufwärts der Qelle des Stroms entgegen. Eineinhalb Stunden etwa dauerte der gemütliche Weg, bis zu einem Wehr an dem wir Rast machten. Von da an hiesses, mit allem drum und dran durch knie-bis oberschenkeltiefes Wasser warten. Stunde um Stunde waren wir, von Mücken und Fliegen begleitet, auf der grossen Suche nach Eldorado. Schmarn, natürlich nach den Wasserfällen. Nach etwa fünf Stunden erreichten wir den gesuchten Wasserfall, gingen ordentlich in seinem einladenden, ausgespülten Becken schwimmen und sprangen zu guter letzt sogar von einem seitlich gelegenen Weg durchs Gestr¨pp der Pflanzen ins erfrischende Nass.
Auf dem Nachauseweg zeigten uns die Kanadier, mit denen wir unterwegs und die die Gründer dieses kleinen Abenteuers waren, noch eine traumhafte Badebucht ,mit Klippen, Felsen und alles was man zum Glücklichsein so braucht...
Jeder Schweisstropfen hat sich mal wieder ausgezahlt. Die Photos geben nur einen kleinen Hauch der Schönheit dieser verschiedenen Orte wieder..














Sonntag, 4. Oktober 2009

Ein kleiner, felsiger Vorgeschmack


Nach vielen Tagen des Ruhens, Relaxens, Essens und Trinkens war heute Sport abgesagt. Um genau zu sein Frühsport, um 0620 stand er auf der Matte, um 0720 war er frohen Mutes und
bereit das Unmögliche möglich zu machen. Naa, so dramatisch wars dann doch nicht. Bin also los, durch die verschlafenen Strassen Camiris, nicht ohne den ein oder anderen Einheimischen über meinen hergerichteten Anblick schmunzeln zu sehen. Die Gringos, wieder mit ihren seltsamen Angewohnheiten. Genau, um auf den Punkt zu kommen, und den Brei Brei sein zu lassen, der hiesige 1809m hohe Zerro sollte fällig sein. Er ist zwar nicht das Mass aller Dinge, aber trotzdem der höchste in näherer Gegend und somit oberste Bürgerpflicht ihn und seine nahen Brüder und
Schwestern zu besteigen. An einer Schranke am Fusse des Berges angekommen, machte mich der höfliche Schränker höflich darauf aufmerksam, dass man eine Autorisacon brauche um auf der Sandpiste zum Gipfel gelangen zu können. Und dass es am Sonntag sowieso keine gäbe. Tja, schade. Voller Tatendrang gab ich mich jedoch noch nicht geschlagen. Auf einem seitlichen Weg erspähte ich einen vielsprechenden Pfad Richtung Gipfel. Georg, Gott der Wanderer, war mir hold. Die nächsten drei Stunden wanderte ich, immer auf der Hut vor Schlangen, Pumas, Bären und Almödis, durch stachelige Dornenbüsche, an gierigen Schlingpflkanzen vorbei von Kamm zu Kamm dem Zenith entgegen. Ein traumhaft schöner Weg durch eine dürre, trockene Vegetation voller Kakteen und Eukalyptos, den Blick auf die fernen Antennen des Gipfels gerichtet. Zu meiner Zufriedenheit, gab es weder Schlangen noch sonstiges Viechzeugs, dass mir und meinem Knüppel hätte blöd
kommen können (den hatte ich nur für alle Fälle). An einener Strasse oben angekommen,
machte ich erst mal bissal Brotzeit, aber nur kurz, da mich die Fliegen frassen. Ein Stück weiter der Strasse entlang fand ich einen weiteren vielversprechenden Pfad hinauf zum Gipfelglück. Wiederum 1,5 Stunden später stellte sich heraus, dass der erst so anspruchsvolle
Weg, durch kleine Kakteenwälder und Dornbüschen( viel Blut und Schweiss) und einer kleinen Kletterei, in einem undurchdriglichen Dickicht endete. Welches mich zum umdrehen zwang. Schade...das nächste Mal pack ich eine Machete in meinen Koffer...dem werd ichs zeigen, dem doofen Wald. Scheiss Natur!!!!
Also wieder hinab, nur knapp den Weg verfehlt und mit Glück wiedergefunden, noch ein paar Versuche einen vernünftigen Weg zu finden, aber die Stunden vergingen erfolglos.
Der Berg hatte mich besiegt, heulend packte ich meine Sachen, verfluchte den Berg, das Leben und den Georg...lies noch kurz einen gepflegten, oberbayerischen Fluchjodler los und schlurfte schniefend zurück zum Zivinest.
Die Elli, unsere unglaublich liebe, bolivianische Ersatzoma (eigentlich Köchin), scheltete mich erst grob, wie ich loco auf die Idee käme alleine loszuziehen diesen Haufen Fels und Erde zu erklimmen. MUI MUI MUI PELIGROSO... Vor zwei Monaten ist
anscheinend ein armer Wanderer ausgeraubt worden und wurde mit einem Sack auf dem Kopf an einen Baum gefesselt....Nochmal Glück gehabt. Wobei dieser Fall, die wohl einzige
seltene Gefahr darstellt.
Ich werds auf alle Fälle nochmal versuchen und dann werd ich ihn besiegen. HUAA, ICH BIN BEOWOLF!!! Der Alex kommt dann auch mit, der war heute bissal krank, wahrscheinlich Dengue...das geht vorüber oder man überlebts nicht... bewaffnet mit Macheten und 8 Litern Wasser, da über 30 Grad.. Bis zum nächsten Mal..